Gemeinderat definiert Kriterien für einen Verkehrsversuch «Aufhebung Einbahnverkehr»
Erfolgskriterien: Reisezeit Bächimatte – Lauitor soll kürzer werden
Aus Sicht des Thuner Gemeinderats wäre die versuchsweise Aufhebung des Einbahnverkehrs dann erfolgreich, wenn die mittlere Reisezeit auf der Hofstettenstrasse zwischen 15 und 18 Uhr an Werktagen im Abschnitt Bächimatte bis Lauitor maximal 150 Sekunden beträgt. Auf dem gleichen Abschnitt dürfte die Reisezeit nur für maximal zwei Prozent aller Motorfahrzeuge mehr als 300 Sekunden betragen. Damit würde die Reisezeit wieder dem Stand vor Einführung des Einbahnregimes entsprechen.
Misserfolgskriterien: maximal 10 Prozent Mehrverkehr, keine neuen Staus
Nicht erfolgreich wäre die versuchsweise Aufhebung des Einbahnverkehrs, wenn
• der Mehrverkehr in der Innenstadt mehr als 10 Prozent beträgt;
• wenn neue Verspätungen auf anderen Buslinien als den Linien 21 und 25 auftreten;
• wenn neue Stausituationen auf der Aarestrasse / Steffisburgstrasse entstehen;
• wenn die Querungszeit für Fussgängerinnen und Fussgänger auf den aarequerenden Innenstadtachsen um mehr als 25 Prozent zunimmt.
Legen Blaulichtorganisationen ihr Veto ein oder kommt es auf anderen Buslinien als den Linien 21 und 25 der STI zu Kursausfällen, nehmen der Gemeinderat der Stadt Thun und der Kanton Bern (Oberingenieurkreis I) ihre Kompetenz in Anspruch, den Versuch ohne Rücksprache mit Dritten abzubrechen.
An seiner Sitzung vom 6. Juli 2022 hat der Gemeinderat diese bereits im Februar definierten Erfolgs- und Misserfolgskriterien bestätigt. Gleichzeitig hat er die Gemeinden Sigriswil, Oberhofen, Hilterfingen und Steffisburg eingeladen, sich zu diesen Kriterien und zur Frage der Kostenbeteiligung zu äussern.
Zudem hat der Gemeinderat das Tiefbauamt beauftragt, die Empfehlung des Verkehrsforums in Bezug auf den Lauitorkreisel zu prüfen.